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Selbstfindung und Brand-Design: Lerne dich selbst kennen

Als ich kürzlich meine Insta-Storys durchstöberte, fiel mir auf, wie unterschiedlich die Musik ist, die ich unter die Stories lege. Mal rockig, dann soulig, dann wieder eher ethno-spirituell. Das ist kein Zufall, sondern ganz bewusst so gewählt, weil all diese Facetten mich ausmachen. Und je nachdem, wie ich mich an einem Tag fühle, wähle ich die Musik aus. Ich bin nicht nur eine Musikrichtung, ich bin ein Mix aus allen. 🤓 (Funfact: Während meines Abis habe ich ein paar Jahre lang in der Platten-Abteilung eines Elektronikladens gearbeitet und bin seitdem in jeder Musikrichtung heimisch.)

Eine der großen Fragen der Menschheit: Wer bin ich eigentlich?

Bevor du dich an dein Brand-Design machst, solltest du wissen, wer DU eigentlich bist. Denn: Wie sollst du dein Business, das aus DIR heraus entstanden ist, beschreiben, definieren, positionieren, wenn du nicht weißt, wer DU bist? Das klingt vielleicht banal, ist aber total essenziell.

“Design is a journey of discovery.”

Du bist viele.

Du kannst heute eine ganz andere Person sein als morgen. Mit meinen 40 Jahren weiß ich mittlerweile, dass ich eine gewisse „Range“ habe. Ich bin Sophie – die Kreative, die Rationale, die Spirituelle, die Mutter, die Hundefrau, die, die Sneaker trägt und manchmal (wirklich ganz selten) auch mal Highheels. Und das hat nichts mit Unentschlossenheit oder Schwammigkeit zu tun – das alles bin ich! Jede:r von uns hat verschiedenste Persönlichkeitsanteile, die mal stärker und mal weniger stark hervortreten. Wie ein Chamäleon seine Farben, passen wir uns mehr oder weniger den aktuellen Begebenheiten an.

Diese vielen Facetten in deinem Brand Design später auch zu kommunizieren, ist wichtig. Das lässt dich herausstechen in der Masse an Brands und macht dich besonders. Schließlich wird deine Dienstleistung wahrscheinlich von vielen Mitbewerbern angeboten, aber nur bei DIR gibt es auch DICH!

“The only journey is the journey within.” – Rainer Maria Rilke

Deine Persönlichkeitsrange macht dich aus.

Jede Marke, besonders wenn es sich um ein Ein-Mann/Frau-Unternehmen handelt, spiegelt die Persönlichkeit, Werte und Visionen ihrer Gründer:in wider. Wenn du nicht klar definieren kannst, wer du bist, wird es schwierig, eine kohärente und authentische Marke zu schaffen. Deine Zielgruppe spürt Authentizität und Konsistenz. Ein authentisches Brand-Design schafft Vertrauen und Verbundenheit.

Als Solopreneur:in solltest du deine ganze Persönlichkeits-Range kennen. Eine Art individuelle Skala, auf der du dich in deiner Persönlichkeit bewegst. Diese Skala macht es manchmal ganz schön schwer, dich auf ein Brand-Design, auf einen Stil festzulegen. Denn dieser Stil ist ja erstmal optisch festgelegt. Wie soll man sich da bloß entscheiden? (In diesem Blogartikel kannst du es herausfinden!)

Praktische Tipps zur Selbsterkenntnis

Selbstreflexion: Nimm dir Zeit, dir über deine persönlichen Werte und Überzeugungen klarzuwerden. Welche Musik hörst du? Welche Farben und Formen sprechen dich an? Welche Werte sind dir wichtig? Frage dich, welche Prinzipien dir im Leben und in der Arbeit am wichtigsten sind. Bist du kreativ, analytisch, abenteuerlustig oder bodenständig? Nimm dir ein Notizbuch und schreibe über einen Zeitraum von zwei Wochen jeden Tag auf, welche Farben, Formen und Musik dich ansprechen. So bekommst du ein Gefühl für deine Vorlieben und Werte. (Wie du deine Werte definierst erkläre ich übrigens hier!)

Persönliche und berufliche Erfahrungen = deine Story: Deine bisherigen Erfahrungen formen deine Sichtweise und Arbeitsweise. Denke darüber nach, welche Schlüsselerlebnisse dich geprägt haben. Wie haben sie dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist? Diese Geschichten können eine starke Grundlage für deine Markenbotschaft sein.

Leidenschaften und Interessen: Welche Aktivitäten begeistern dich? Was machst du in deiner Freizeit? Diese Interessen können wertvolle Einblicke in deine Persönlichkeit geben und helfen, ein einzigartiges und persönliches Brand-Design zu entwickeln. Wenn du zum Beispiel eine Leidenschaft für nachhaltiges Leben hast, sollte sich das in deiner Markenästhetik und Kommunikation widerspiegeln.

Visuelle und ästhetische Vorlieben: Welche Farben, Formen und Stile sprechen dich an? Deine visuellen Präferenzen sollten in dein Brand-Design einfließen. Dies macht dein Design nicht nur authentischer, sondern hilft auch, eine emotionale Verbindung zu deinem Publikum herzustellen. Lesetipp: Ich erkläre in diesem Blogartikel, wie du mithilfe meines Quiz’ deinen Webdesign-Stil finden kannst.

Hilfreiche Tools: Manchmal können Tools hilfreich sein, wie z.B. Human Design, das Archetypen-Modell von CG Jung oder der Myers-Briggs-Typenindikator (hier kann man einen kostenlosen Test machen). Sie können einen guten Einstieg in die eigene Persönlichkeit geben.

Besonders geholfen hat mir persönlich der Myers-Briggs-Typenindikator. Das Ergebnis war für mich deshalb augenöffnend, weil es mir gezeigt hat, wieso ich mich innerlich so seltsam unstimmig gefühlt habe. Nach dem Test war ich beruhigt, dass es für meine „Sorte“ eine Bezeichnung gibt (Ich bin INFJ).

Das Ergebnis hat mir auch in meinem Business sehr weitergeholfen. Ich hatte es nun sozusagen schwarz auf weiß vor mir liegen, dass ich ein sehr wertebasierter und leidenschaftlicher Typ bin und gleichzeitig gut darin bin, Stimmungen und Menschen zu lesen. Mit der Zeit habe ich mich dadurch getraut, mich spitzer zu positionieren, habe mit „Studio Alma“ den perfekten Namen für mein Studio gefunden (Alma = Seele, steht für mich für Kreativität, Lebenskraft und innere Inspiration) und ziehe Kund:innen an, die genauso ticken wie ich.

Achtung: Die Ergebnisse von Persönlichkeitstests sind immer eine Momentaufnahme. Setze dich mit den Ergebnissen immer kritisch auseinander und wiederhole den Test von Zeit zu Zeit!

Human Design hat mich ebenfalls von Beginn an gepackt. Als ich davon gehört hatte, war ich total ungläubig. Dann hat allerdings die Neugier gesiegt, ich habe mir mein Chart analysieren lassen und war überrascht: Das bin ja ich! Mich hat’s dann sogar so sehr gepackt, dass ich später die Ausbildung zur Embodicode-Mentorin gemacht habe und gelernt habe, Charts zu lesen. Deshalb halte ich auch nichts davon, dir jetzt eine oberflächliche Zusammenfassung meines Charts zu geben, dafür ist das Ganze zu komplex. Ja und auch das ist Teil meiner Persönlichkeit: Wenn ich in ein Rabbithole eintauche, dann so richtig! Ich nenne diesen Persönlichkeitsanteil meinen inneren Nerd 🤓!

Die Verbindung von Selbstfindung und Markenaufbau

Dein Brand-Design muss nicht statisch sein – auch wenn der Stil erstmal festgelegt wird. Es darf mit dir wachsen und sich entwickeln. Wenn du dich weiterentwickelst, sollte sich auch deine Marke weiterentwickeln. Dies bedeutet jedoch nicht, dass du ständig alles ändern musst, sondern dass du offen für Anpassungen bist, die deine aktuelle Persönlichkeit und Vision besser widerspiegeln.

Hierfür ist es wichtig, ein Brand-Design zu haben, das individuell für dich entworfen wurde und das nicht zu modisch-trendy ist. Ein gutes Brand-Design bietet Raum, um mit dir zu wachsen und sich mit dir zu verändern. Achtung: Fertige Templates bieten zwar vermeintlich einen Schnell-Start in Sachen Brand-Design, stoßen aber in Sachen Weiterentwicklung schnell an ihre Grenzen.

“The things you are passionate about are not random, they are your calling.” – Fabienne Fredrickson

Fazit: Bevor du mit dem eigentlichen Brand-Design deiner Marke beginnst: Lerne dich selbst kennen. Dieser Prozess ist natürlich nie abgeschlossen. Jede:r Unternehmer:in sollte sich immer wieder die Zeit nehmen, sich wirklich zu verstehen und zu reflektieren. Denn nur so kannst du ein authentisches, konsistentes und ansprechendes Brand-Design für dein Business wählen und weiterentwickeln, das nicht nur dich repräsentiert, sondern auch deine Zielgruppe inspiriert und anzieht.

19. June 2024